Automatisierungsgeräte in die Cloud bringen

Mit Profinet ins Internet:

Mit Proficloud stellt Phoenix Contact eine Lösung zur Verfügung, mit der man Profinet-Geräte einfach in die Cloud bringen kann. Der folgende Beitrag erläutert zunächst, was Proficloud ist und wie es funktioniert und zeigt dann anhand eines Anwendungsbeispiels den praktischen Nutzen für Anwender.
Bei der Proficloud-Technologie handelt es sich um ein offenes System, in dem die für jede Applikation passende Lösung erstellt werden kann – sei es eine Cloud-basierte Datenerfassung, -analyse oder eine Automatisierung. Im Bereich der Solarenergie wäre beispielsweise ein einfacher und kostengünstiger Ansatz zur Prognose der Ertragsdaten unter Einbeziehung der Wetterinformationen und Schattenverläufe denkbar. Darüber hinaus können die Daten an andere Cloud-basierte Systeme übermittelt werden, die sie detaillierter auswerten

und so u.a. die Notwendigkeit einer vorbeugenden Wartung erkennen. Aufgrund der weltweiten Skalierbarkeit der Proficloud-Lösungen liefern globale Untersuchungen wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich einer Anlagenoptimierung.

(Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH)

 

Der Aufbau von Proficloud-Anwendungen gestaltet sich dabei einfach. Mit dem zur Verfügung gestellten Software Development Kit (SDK) programmiert der Anwender so genannte Application Container, die anschließend in der Proficloud beliebig oft instanziiert und betrieben werden. Die Application Container sorgen dafür, dass die Software zuverlässig funktioniert, nachdem sie von der Entwicklungsumgebung in die Proficloud portiert worden ist. Als Beispiel für eine in der Proficloud laufende Software sei ein Solar-Monitoring oder -Management genannt, das auf Basis einer umfassenden Analyse der Sensor- und Gerätedaten Ausfälle rechtzeitig vorhersagt und somit die Gesamtwartungskosten senkt. Als Anbieter der Proficloud stellt Phoenix Contact eine Plattform bereit, auf der Web-Anwendungen, Dienstleistungen und mobile Applikationen aufgebaut werden können. Die Anbieter von Überwachungs- und Managementlösungen müssen sich also nicht um den Betrieb und die Wartung der IoT-Plattform kümmern, sondern profitieren von dem von ihnen entwickelten Geschäftsmodell.

Automatische Verbindung mit der Proficloud

Proficloud kombiniert Profinet und Internet und verschmilzt damit die Automatisierungswelt und die Cloud-Technologie. Proficloud stellt folglich die Routing-Fähigkeit von Profinet her, sodass der Standard Daten ebenfalls über das Internet weiterleiten kann. In der Regel setzt sich eine Proficloud-Anwendung aus mindestens einem Proficloud-Koppler, einem -Device und einem Profinet-Controller zusammen. Als Controller kann das Gerät eines beliebigen Anbieters genutzt werden, sofern es die Profinet-Spezifikation erfüllt. Der Proficloud-Koppler verbindet das lokale Profinet-Netzwerk über zwei Ethernet-Interfaces mit der Proficloud. Während die eine Schnittstelle dem Anschluss an das lokale Profinet-System dient, erfolgt die Anbindung an das Internet über das zweite Interface. Anschließend initiiert der Koppler eine Verbindung mit der Proficloud und ist einsatzbereit. Gleiches gilt für die Proficloud-Devices, die auch an das Internet angeschlossen werden und sich automatisch mit der Proficloud verbinden. Danach muss sie der Anwender lediglich in der Proficloud mit der UUID (Universal Unique Identifier) registrieren und einem Proficloud-Koppler zuordnen. Über die UUID werden die Informationen in verteilten Systemen eindeutig gekennzeichnet. Sie besteht aus einer 16Byte-Zahl, die hexadezimal notiert und in fünf Gruppen unterteilt ist, beispielsweise 480a0456-c27b-22b8-a784-651257850120. Nach der Registrierung startet die Kommunikation über die Proficloud.

Automatisierungsgeräte in die Cloud bringen



Das könnte Sie auch interessieren

Digitale I/Os auf PCI nachrüsten

Viele Industriecomputer sind im industriellen Umfeld noch mit einem PCI-Bus ausgestattet und verfügen nicht über den schnelleren PCI-Express-Standard. Die Einsteckkarte PCI-FC16U von ICPDAS bietet eine einfache Möglichkeit schnelle Zähler- und Frequenzeingänge sowie digitale I/Os auf dem PCI-Bus nachzurüsten. Die Karte unterstützt sowohl den +3.3V als auch den +5V PCI-Bus. Mit Hilfe eines DIP-Switch kann der Anwender die Card ID selbst festlegen.

Die BMW Group, Intel und Mobileye kündigen Delphi als neuen Entwicklungspartner und Systemintegrator für ihre State-of-the-Art-Plattform zum autonomen Fahren an. Die vier Partner haben sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam ein Kooperationsmodell aufzusetzen, das skalierbare Lösungen für die Automobilindustrie sowie weitere Branchen liefern soll.

Microchips WiFi SDK mit Apple Homekit Support jetzt verfügbar

Microchip bietet ein vollständig zertifiziertes WiFi Software-Entwicklungskit (SDK) mit Apple-HomeKit-Unterstützung an. Das SDK ermöglicht MFi-Lizenznehmern, stromsparende Designs auf dem branchenweit ersten Hardware-Verschlüsselungs-fähigen WiFi-basierten Entwicklungskit für Homekit zu erstellen.

Elektroautos während der Fahrt laden?

Qualcomm hat ein dynamisches Ladesystem (DEVC-System) entwickelt, das auf der kabellosen Qualcomm-Halo-Ladetechnologie für Elektroautos basiert. Das System kann ein Elektroauto dynamisch mit bis zu 20kW bei Autobahngeschwindigkeit aufladen. Zudem zeigt Qualcomm auch simultanes Laden, also zwei Fahrzeuge, die die gleiche Spur nutzen und gleichzeitig während der Fahrt aufgeladen werden.

Embedded Computing Conference 2017 in Winterthur

Unter Embedded Computing versteht man den Einsatz von Rechnersystemen als integrierter Bestandteil einer Anlage, eines Gerätes oder einer Maschine. Embedded Computing umfasst industrielle Betriebssysteme, Software-Tools, Applikationssoftware und Hardware-Plattformen und dient der Steuerung von Prozessen, der automatisierten Erfassung, Verarbeitung und Aufbereitung von Daten.

Bis zu 5.000€ (1. Platz) können Entwickler mit eingebetteter Software im Programmierwettbewerb ‚Make with Ada‘ gewinnen. Mit dem zum zweiten Mal durchgeführten Wettbewerb will Adacore die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Embedded-Systemen demonstrieren, die mit der Programmiersprache Ada entwickelt wurden.