Digital Signage im
Personennahverkehr

Der öffentliche Transport spielt in Europa eine zentrale Rolle. Nach Prognosen von Berg Insight sollen intelligente Transportsysteme für Bus/Zug/Tram in 2019 auf ein Volumen von 1,46 Mrd.? anwachsen, und zugleich die Marktdurchdringung von On-Board Computern mit GPS und Wireless Kommunikation von 45,6% in 2014 auf 58,2% in 2019 ansteigen. Das treibt auch moderne multifunktionale Digital-Signage-Systeme voran, die Werbung und Information bündeln und mittels elektronischer Datenübertragung auf digitalen Displays übertragen.

Eine Fülle an Anwendungen ermöglichen moderne Digital-Signage-Systeme auch für den Bereich Public Transport. (Bild: NetModule AG)

Eine Fülle an Anwendungen ermöglichen moderne Digital-Signage-Systeme auch für den Bereich Public Transport. (Bild: NetModule AG)


Unter Digital Signage (Digitale Beschilderung) versteht man den Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen, z.B. elektronische Plakate, Verkehrsschilder, Großbildprojektoren. Häufig werden dabei unterschiedliche Informationsinhalte für die Darstellung in unterschiedlichen Fenstern auf einem Bildschirm kombiniert. Der Inhalt (Content) der vernetzten (audio-) visuellen und digitalisierten Informationen wird mittels spezieller Programme manuell oder automatisch eingespeist oder aktualisiert. Auch im öffentlichen Transport ist Digital Signage auf dem Vormarsch – durch vernetzte Datenübertragung setzen Betreiber zunehmend auf Live Content, z.B. Route und nächste Haltestellen, Fahrplanauskunft, Wetterbericht, Nachrichten, Event-Ankündigungen und Werbung. Letzteres eröffnet speziell im Passagierverkehr zusätzliche Einnahmen für den Betreiber. Zudem weckt die Kombination unterschiedlicher Inhalte auf einem Display erfahrungsgemäß das Interesse der Fahrgäste.
Neben der reinen Information bieten Digital-Signage-Systeme auch Live Content und Werbung - und 
schaffen damit zusätzliche Einnahmen für den Betreiber. (Bild: NetModule AG)

Neben der reinen Information bieten Digital-Signage-Systeme auch Live Content und Werbung – und
schaffen damit zusätzliche Einnahmen für den Betreiber. (Bild: NetModule AG)

Systemkomponenten

Zu den erforderlichen Komponenten eines solchen Systems gehört ein UMTS/LTE-Router für die gesicherte Verbindung mit der Zentrale, ein Media-Player oder Embedded-System mit Unterstützung für einen oder mehrere Displays, einen WiFi-Client (WLAN) und ein Web-Portal. Das Herzstück eines Systems bilden spezielle Router, die für den Einsatz in Transportmitteln besonderens Normen entsprechen müssen (EN50155 T3-Zertifizierung für Trams/Züge bzw. die E1-Zertifizierung für Busse), um die Betriebssicherheit zu garantieren. Diese Anforderungen erfüllt NetModule mit seinen Wireless Vehicle und Train Routern (NB27xx oder NB37xx), die den drahtlosen Internetzugang via UMTS und LTE ermöglichen. In einem Digital-Signage-System empfängt das Gerät den Synchronisationsimpuls in Echtzeit vom Content Provider und leitet ihn an das Displaysteuerungssystem weiter, das die zuvor definierten Inhalte sekundenschnell überträgt. Konzipiert als ‚Always-On Least Cost‘ schaltet der Router nach vordefinierten Regeln automatisch zwischen den unterschiedlichen Wireless-Technologien bzw. Providern um. So ermittelt und nutzt das Gerät immer die schnellste und/oder günstigste Verbindung. Damit ist sichergestellt, dass die Übertragung von Werbung und Betriebsinformationen von der Zentrale aus auf den Endgeräten in den Fahrzeugen immer unterbrechungsfrei läuft. Nähert sich das Fahrzeug einem WLAN-Hotspot, schaltet die Software des Routers von Mobilfunk- auf WLAN-Betrieb um und signalisiert zudem den datenübertragenden Applikationen, dass jetzt große Datenmengen wie z.B. Werbevideos kostengünstig und schnell übertragen werden können. Digital Signage Lösungen vermitteln nicht nur Fahrgastinformationen in Echtzeit, sondern eigenen sich auch als Image-Träger. So hat sich bei einigen Verkehrsgesellschaften die lokalisierte Werbung als ein interessantes Geschäftsmodell für Werbung herausgebildet – nämlich das punktgenaue Einspielen von Werbeinhalten von Geschäften und Lokalen entlang der befahrenen Wegstrecke. Die Verkehrsbetriebe investieren in die Infrastruktur und binden einen externen Partner ein, der das Werbeportal betreibt und die Kosten für die Connectivity trägt. Die eingespielte Werbung (‚Content‘) finanziert die laufenden Kosten für das System. Dadurch sind die Fahrplandaten kostenfrei. Erforderlich für den schnellen Wechsel der Inhalte ist die kabellose Connectivity bzw. ein ‚Always-online‘ (bzw. unterbrechungsfreies) System. Beim Content-Management-System für den Inhalt auf den Displays handelt es sich um reine SW-Lösungen, die auf unterschiedlichen Technologien basieren. Die Bandbreite reicht von einfachsten Systemen bestehend aus PC und Web-Browser bis hin zu aufwendigen Systemen mit Mediaplayern, welche die Darstellung von Echtzeit-Information mit dynamischen Daten und RSS-Feeds und auch Video und TV-Streaming ermöglichen.

Datensicherheit bei der Übertragung

Ist der Internetzugang einmal gesichert aufgebaut, werden neben der Informationsübertragung oft weitere Kommunikationsanwendungen über die eingesetzten Router abgewickelt. Dazu zählen die Übertragung von Betriebsdaten vom Fahrzeug zur Zentrale, der gesicherte Datenabgleich bei Verifikationen von EC- oder Kreditkarten beim Ticketkauf im Fahrzeug, die Sprachkommunikation des Fahrers mit der Zentrale, die Online-Videoüberwachung und der WiFi-Zugang für Passagiere über ihre Smartphones. Insbesondere die Übertragung von Betriebsdaten und die Möglichkeit der Videoüberwachung der Fahrzeuge können als Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit angesehen werden. Die sichere Datenübertragung erfolgt über VPNs – sie sind ausreichend gut verschlüsselt und ermöglichen zudem die Zusammenfassung mehrerer Geräte im Feld zu einem logischen Netzwerk.

Digital Signage im 
Personennahverkehr
Bild: NetModule AG


Das könnte Sie auch interessieren

Obsoleszenz-Management: Ein Blick in die Zukunft

Fragt man Hersteller von elektronischen Bauteilen, was ihr derzeit größtes Problem ist, werden es vermutlich weder Produktionsvorlaufzeiten, das Wachstum der Elektronikindustrie in China oder Fälschungen sein. Obwohl diese Fragen zweifellos von entscheidender Bedeutung sind, werden die meisten Hersteller die Überalterung der Komponenten als ihr größtes Problem benennen. Was sind die aktuellen Herausforderungen der Überalterung, denen sich Hersteller gegenübersehen, und was kann getan werden, um diese jetzt zu überwinden und sie auch in Zukunft im Griff zu haben?

Industrial Router NB800 mit IoT-Gateway Funktion

In Zeiten von IoT und Industrie 4.0 sind betriebsfertige Router wertvolles Gut. Weil die Einsatzbereiche eine immer spezifischere Anpassung verlangen, braucht es darauf abgestimmte Produkte.

Vom 20. bis zum 22. Juni 2017 lädt Elektrobit gemeinsam mit seinen Partnern Infineon, Timing Architects und iSystem zum dritten Mal zur Embedded Multi-Core Conference in München ein. Hochkarätige Sprecher zeigen neue Entwicklungsansätze auf, präsentieren Fallbeispiele und diskutieren mit den Teilnehmern die technischen Grundlagen für das Auto der Zukunft.
Auf der Konferenz erörtern Experten aus der Automobilindustrie insbesondere Herausforderungen, Erfahrungen, Lösungen und Trends für die Entwicklung und den Einsatz von leistungsstarken Multi-Core-Steuergeräten im Automobilbau. Auf der Agenda stehen aktuelle Branchenthemen wie beispielsweise ‚Neue E/E-Architekturen – von traditionellen Controllern hin zu zentralen Rechenclustern‘, ‚Autosar und Hypervisoren in hochleistungsfähigen Multi-Core-Umgebungen‘ und ‚Agile Entwicklung und fortlaufende Integration im Multi-Core-Kontext‘. Zu diesen Themen sprechen unter anderem Rinat Asmus, Autosar-Projektleiter bei BMW sowie Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz Josef Rademacher von der Universität Ulm und dem Forschungsinstitut FAW/n Ulm. Prof. Rademacher wird in seiner Keynote ‚Automotive Megatrends – just a hype?‘ aktuelle Branchenentwicklungen analysieren. Rinat Asmus, der auf der EMCC das Autosar-Konsortium vertritt, erörtert den Einsatz von Autosar in Multi-Core-Umgebungen und Adaptive Autosar für das autonome Fahren. Weitere Referenten sind Stefan Kuntz von Continental, Dr. Jochen Härdtlein von der Robert Bosch GmbH sowie Rudi Grave von Elektrobit, der Einblicke in die Nutzung zentraler Rechnercluster im Automobil bietet. Am dritten Veranstaltungstag haben die Besucher in Workshops die Möglichkeit, Details und offene Fragen im Dialog mit den Experten zu besprechen und Lösungen anhand von Fallbeispielen kennen zu lernen. „Das große Interesse an der EMCC in den letzten beiden Jahren zeigt eindrucksvoll, dass wir und unsere Partner ein großes Informationsbedürfnis stillen und einen Nerv in der Branche getroffen haben“, erklärt Manuela Papadopol, Director Business Development and Communications bei EB. „Multi-Core-Systeme sind aus dem Automobil der Zukunft nicht wegzudenken. Aber die Komplexität der Technologie und die Sicherstellung der Kompatibilität zu älteren Software-Architekturen werfen nach wie vor viele Fragen auf. Diese wollen wir auf der EMCC in München diskutieren und Lösungen aufzeigen. Das positive Feedback der letzten Jahre zeigt, dass die Teilnehmer diesen brancheninternen Austausch sehr schätzen.“
Weitere Informationen zum Event sowie zu den Referenten und einzelnen Vorträgen finden Sie auf www.multicore-conference.com. Das Online-Registrierungsformular ist hier erhältlich. Bei einer Anmeldung bis zum 30.4.2017 erhalten Interessenten einen Nachlass auf die Anmeldegebühr. Elektrobit www.elektrobit.com

Die Programmiersprache Java erfreut sich großer Beliebtheit. Viele Anwendungen, beispielsweise für das Betriebssystem Android, basieren auf Java, das ist nur einer der Gründe, warum die plattformunabhängige, objektorientierte Sprache an vielen Schulen und Universitäten gelehrt wird.

Embedded Boards mit Intel Prozessoren der 7. Generation

Kontron hat drei neue Embedded Motherboards im mITX- und FlexATX-Formfaktor vorgestellt. Das Kontron mITX-KBL-H, Kontron mITX-KBL-S und das FlexATX-S-C236 basieren auf der siebten Generation von Intel Core, Intel Xeon und Celeron Quad-Core-Prozessoren. Sie bieten damit Höchstleistung in einem besonders kompakten Design.

Würth Elektronik: neues Mitglied der Geschäftsführung

Alexander Gerfer (51), CTO der Würth Elektronik eiSos Gruppe, ist neues Mitglied der Geschäftsführung. Ab sofort ist er gemeinsam mit den CEOs der Würth Elektronik eiSos Gruppe Oliver Konz und Thomas Schrott verantwortlich für die Strategie des Unternehmens.