Digitale Daten sicher verwalten

Thin Clients als Teil einer starken IT-Plattform

Digitalisierung und Datensicherheit sind auch in der Gesundheitsbranche ein wichtiges Thema. Krankenhäuser und Gesundheitszentren stehen vor der Herausforderung, ihre Verwaltung sowie Patientendaten zu digitalisieren und dabei deren Sicherheit umfassend zu gewährleisten.

 (Bild: AMD Advanced Micro Devices GmbH)

(Bild: AMD Advanced Micro Devices GmbH)

Die Einführung elektronischer Patientenakten sowie Fortschritte in der hochauflösenden Bildgebung bei Röntgen- und Ultraschall-Geräten haben einen riesigen Pool an Informationen geschaffen. Der Vorteil dieser Entwicklung für die Gesundheitsbranche liegt auf der Hand: Die Erhebung großer Datenmengen ermöglicht eine immer genauere und auf jeden einzelnen Patienten individuell abgestimmte Diagnose. Früher wurden in Krankenhäusern auf Rollwagen montierte Computer genutzt, um Patientendaten aufzuzeichnen und zu speichern. Heute kommen immer häufiger Tablets zum Einsatz, um so mobil und effizient wie möglich zu arbeiten. Der Nachteil liegt hierbei jedoch in der Tatsache, dass Tablets diebstahlgefährdet und schadensanfällig sind. Das Risiko, dass Daten in unbefugte Hände geraten, ist bedeutend größer. Hinzu kommt eine relativ kurze Akkulaufzeit. Ein Weg, um diese Risiken zu reduzieren, ist die Verwendung von Thin Clients. Diese funktionieren ähnlich wie ein Desktop-PC oder Laptop, weisen aber wesentliche Unterschiede auf. Anstelle eines lokalen Datenspeichers greifen Thin Clients auf ein Netzwerk zu, das entweder Standort- oder cloudbasiert ist. Darüber hinaus benötigen sie kein lokal installiertes Betriebssystem oder Anwendungen. Thin Clients funktionieren mittels Desktop-Virtualisierungen, Applikationen werden dabei über einen Remote Server ausgeführt. Alle Programme und Daten werden darauf gespeichert – lediglich die Steuerung von Monitor, Tastatur und Maus findet über das lokale Thin Client-Gerät statt.

Für den Healthcare-Bereich geeignet

Durch ihre flexiblen Anwendungsmöglichkeiten kommen Thin Clients in vielen medizinischen Tätigkeitsbereichen zum Einsatz, etwa in Therapieräumen und Untersuchungs- sowie Schwesternzimmern auf Krankenstationen oder in Operationssälen. Mithilfe lokaler Displays können Thin Clients zusammen mit Touchscreen-Monitoren verwendet und in verschiedenen Winkeln installiert werden. Durch ihre mobilen Einsatzmöglichkeiten und ihre Zuverlässigkeit, bieten Thin Clients besonders in ländlichen Gegenden oder mobil in Krankenwage ein hohes Optimierungspotenzial. Da sie nicht über Festplatten oder Lüfter verfügen, eignen sich Thin Clients auch für den Einsatz in sterilen und besonders geräuschsensiblen Umgebungen, etwa in Operationssälen. Bei Bedarf unterstützen die Monitore auch HD-Auflösungen, was sowohl medizinischem Fachpersonal als auch Patienten insbesondere bei der Darstellung von Ultraschallbildern oder MRT-Scans zugutekommt.

 (Bild: AMD Advanced Micro Devices GmbH)

(Bild: AMD Advanced Micro Devices GmbH)

Datensicherheit durch Virtualisierung

Thin Clients verfügen gegenüber herkömmlichen ‘mobilen’ Geräten über einen entscheidenden Vorteil: Daten werden nicht lokal, sondern in entsprechenden Rechenzentren gespeichert. Dadurch bieten sich für Thin Clients größere Einsatzmöglichkeiten bei minimalem Support-Aufwand. Sogar mobile Thin Clients – äußerlich von Laptops oder Tablets nicht zu unterscheiden, jedoch ohne eigenen Speicher – gewährleisten eine wesentlich größere Datensicherheit. Durch ihre Nutzerfreundlichkeit, mobile Einsatzmöglichkeiten und höhere Sicherheit ermöglichen sie Institutionen im Gesundheitswesen die notwendige Infrastruktur, um Daten sinnvoll und verantwortungsbewusst zu nutzen. Laut einer aktuellen Studie der IT-Sicherheitsfirma Imprivata über Trends zu Desktop-Virtualisierung wird die Übernahmerate von Lösungen im Bereich Client-Virtualisierung innerhalb des Gesundheitswesens 2017 auf 80 Prozent steigen. Mit Thin Clients ist es lediglich einmal erforderlich, Daten in das System einzugeben. Ein weiterer wesentlicher Faktor: Informationen lassen sich über einen längeren Zeitraum verwenden, da sie jederzeit im Netzwerk verfügbar sind. Für Ärzte und Angestellte im Gesundheitswesen bedeutet dies mehr Zeit für die Arbeit mit den Patienten und weniger administrativen Aufwand. IT-Updates für Thin Clients werden auf einem Server für die gesamte medizinische Organisation durchgeführt und ausschließlich von autorisierten Nutzern vorgenommen, was Kosten reduziert. Die Speicherung der Patientendaten findet zentral im Rechenzentrum und nicht auf den Festplatten verschiedener Computer, Laptops oder Tablets statt. Der entscheidende Vorteil: Da Mediziner und Pflegekräfte auf die gleichen Ordner Zugriff haben, sind die Patientenaufzeichnungen immer auf dem neuesten Stand.

Leistungsstarke Hardware unabdingbar

Für die erforderlichen Geräte ist die entsprechende Technologie notwendig, um den Anforderungen an die Rechenleistung gerecht zu werden. AMD bietet den Herstellerfirmen von Thin Clients hochleistungsstarke G-Series-Prozessoren mit besonders niedrigem Energieverbrauch, die Grafiken bis hin zu einer Auflösung von 4K darstellen können. Durch die schnellere grafische Verarbeitung mittels integrierten Dekodierungs- und Kodierungsfunktionen, sind die Geräte auch in der Lage, sehr schnelle Video-Streaming Anwendungen auszuführen. Zukünftig lassen sich die in elektronischen Patientenakten enthaltenen Informationen nicht mehr nur auf textbasierte Dateien beschränken. Neuere Anwendungen unterstützen bereits grafische Elemente für die Darstellung medizinischer Bilder. Durch eine höhere Auflösung und Rechenleistung wird deren Qualität immer besser – doch dadurch steigen auch die Datenmengen signifikant an. Um Patienteninformationen für Ärzte so arbeits- und diagnoseeffizient wie möglich bereitzustellen, werden insgesamt immer höhere Auflösungen benötigt. Moderne Monitore, die Split Screen und mehrere Ansichten ermöglichen, sind dabei besonders gefragt. Die meisten Thin Clients erlauben bereits die Darstellung von hochauflösenden Grafiken auf bis zu zehn Monitoren. Fazit: Thin Clients als Teil einer leistungsstarken IT-Plattform stellen für den Healthcare-Bereich eine Chance dar. Sie sind nicht nur einfach, sicher, flexibel und skalierbar, sondern ermöglichen auch die Verarbeitung von sehr hohen Grafikauflösungen in allen relevanten Anwendungsbereichen.

Autor: Stephen Turnbull,
Director Product Marketing,
AMD Enterprise Solutions
www.amd.com

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Bild: AMD Advanced Micro Devices GmbH


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Embedded Plattform

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Jansen: Die EVE informiert über aktuelle Entwicklungen aus allen relevanten Bereichen. Ein Programmpunkt beschäftigt sich mit den Hardware-Plattformen für Embedded Vision: heterogene Systeme bestehend aus CPU, GPU und Mikroprozessoren, FPGAs und dedizierten Vision Prozessoren. Des Weiteren werden neue Möglichkeiten zur Bildakquisition vorgestellt: miniaturisierte Systeme, aber auch 3D-Technologien und Multi-Sensorsysteme. Natürlich liegt ein Schwerpunkt auch auf dem Thema Software. Aktuell ist Deep Learning in aller Munde. Wir beleuchten die Einsatzmöglichkeiten im industriellen Umfeld und vergessen dabei aber auch die bewährten Verfahren nicht. Abgerundet wird das Programm durch Beiträge zum Thema Standardisierung von Schnittstellen und durch erfolgreiche Applikationsbeispiele umgesetzter Produkte.

 

„In Europa fehlte bislang noch eine Plattform, die umfassend und kompetent zu den neuen Technologien und teilweise auch neuen Embedded Vision Playern informiert.“

Gabriele Jansen, EMVA

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