Vom IPC@Chip zum IoT@Chip

16 Jahre nachdem die Erfolgsgeschichte IPC@Chip begann, startet Beck IPC nun kompatibel in die Zukunft. Was im Jahr 2000 der PC im DIL-Gehäuse, basierend auf 186 und MSDos war, wird nun der Server als SoM basierend auf Linux und ARM. Hierzu sprachen wir mit Christoph Müller, Business Development Manager, Beck IPC. Beck IPC nimmt am Automatisierungstreff 2017 teil.

Herr Müller, auf welche Anforderungen gehen Sie mit dem IoT@Chip ein?

Christoph Müller: IPC@Chip ist vor allem für Anwendungen gedacht, in denen eine hohe Kommunikationsgeschwindigkeit, sprich geringere Latenzzeit, wichtig ist. Wir sprechen hier bei einer GSM-Verbindung von unter 250ms und bei einer LAN-Verbindung von 30 bis 40ms vom Endgerät, vom Feld, in die Cloud und von der Cloud wieder zurück. Und das gibt dem Anwender die Möglichkeit, Echtzeitanwendungen abzuwickeln. Denn man kann sehr schnell auf Veränderungen, die im Feldgerät geschehen reagieren. Neben der Geschwindigkeit spielt Sicherheit eine sehr große Rolle.

Warum haben Sie sich beim IoT@Chip für Open Source entschieden? Hat das auch was mit Security-Aspekten zu tun?

Müller: Richtig, wir haben möglichst viele Open-Source-Funktionalitäten eingebunden, damit wir zunächst auch wirklich wissen, mit was wir arbeiten. Aber natürlich auch, damit der Anwender das weiß und das rückverfolgen kann. Wir sehen Open Source als eines der zentralen Themen in der Zukunft an, darum lag es nahe, dass wir uns Linux widmen. Das ist sicherlich eines der zentralen Aspekte, wenn es um das Thema System-on-Module geht.

IT-Security ist ein bisschen wie ein Fass ohne Boden, oder?

Müller: Natürlich – und das wissen alle in unserer Branche – das ist ein Thema, an dem man dran bleiben muss. Es kann gut sein, dass es in zwei Jahren eine bessere Lösung gibt als die, die wir heute integrieren. Aber das beobachten wir ganz genau, damit unsere Kunden und ihre Anwendungen immer geschützt sind und das auch bleiben.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für den Anwender?

Müller: Beck IPC ist mit dem IPC@Chip dadurch bekannt geworden, dass es ein System-on-Module ist, was nicht nur die Komponenten bereitstellt, sondern auch eine Vielzahl von Softwarefunktionalitäten, angefangen beim Betriebssystem über TCP/IP, etc. Im Grunde sehen wir das als ein Tool, eine Art Workbench, mit dem ein ganzes System einwandfrei funktionieren kann.

Sie sind also nicht nur der reine Hardwarelieferant, sondern auch?

Müller: Sondern auch derjenige, der die Softwarefunktionalität mit dazu liefert.

Warum haben Sie nicht ein übliches Protokoll wie MQTT verwendet, sondern ein eigenes?

Müller: Wir wollten uns nicht mit dem zufrieden geben, was auf dem Markt ist. Besonders im Bereich Datenmenge werden etwa bei MQTT viel zu viele Daten kommuniziert. Auch die Latenzzeiten sind zu hoch für industrielle Applikationen. Also haben wir unser eigenes Protokoll gemacht und haben auf der Cloud das Gegenstück – den Broker – installiert. Und der wird jetzt direkt mitgeliefert. Es gibt natürlich viele Mitbewerber auf dem Markt, die auch gerne mit dem Thema anfangen würden, aber der Integrationsaufwand ist für viele einfach zu groß.

Der Trend zur Miniaturisierung, was halten Sie davon?

Müller: Das ist ein guter Punkt, bei unserer Hardwareoptimierung haben wir tagtäglich damit zu tun. Der Tenor ist doch meist „so klein wie möglich mit so wenigen Ressourcen wie möglich“ – das ist etwas, wovon wir unseren Kunden grundsätzlich von abraten. Wenn wir in zwei Jahren feststellen, dass wir im Security-Protokoll Änderungen machen müssen und der Anwender aber die Hardware hat, bei dem der Speicher nicht mehr für die neuen Funktionen reicht – dann muss er das System komplett neu kaufen! Wir glauben dass in dem IPC@Chip genug Platz ist für Zukunftsthemen, auch was die Security angeht.

Vom IPC@Chip zum IoT@Chip
Bild: Beck IPC GmbH


Das könnte Sie auch interessieren

Digitale I/Os auf PCI nachrüsten

Viele Industriecomputer sind im industriellen Umfeld noch mit einem PCI-Bus ausgestattet und verfügen nicht über den schnelleren PCI-Express-Standard. Die Einsteckkarte PCI-FC16U von ICPDAS bietet eine einfache Möglichkeit schnelle Zähler- und Frequenzeingänge sowie digitale I/Os auf dem PCI-Bus nachzurüsten. Die Karte unterstützt sowohl den +3.3V als auch den +5V PCI-Bus. Mit Hilfe eines DIP-Switch kann der Anwender die Card ID selbst festlegen.

Die BMW Group, Intel und Mobileye kündigen Delphi als neuen Entwicklungspartner und Systemintegrator für ihre State-of-the-Art-Plattform zum autonomen Fahren an. Die vier Partner haben sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam ein Kooperationsmodell aufzusetzen, das skalierbare Lösungen für die Automobilindustrie sowie weitere Branchen liefern soll.

Microchips WiFi SDK mit Apple Homekit Support jetzt verfügbar

Microchip bietet ein vollständig zertifiziertes WiFi Software-Entwicklungskit (SDK) mit Apple-HomeKit-Unterstützung an. Das SDK ermöglicht MFi-Lizenznehmern, stromsparende Designs auf dem branchenweit ersten Hardware-Verschlüsselungs-fähigen WiFi-basierten Entwicklungskit für Homekit zu erstellen.

Elektroautos während der Fahrt laden?

Qualcomm hat ein dynamisches Ladesystem (DEVC-System) entwickelt, das auf der kabellosen Qualcomm-Halo-Ladetechnologie für Elektroautos basiert. Das System kann ein Elektroauto dynamisch mit bis zu 20kW bei Autobahngeschwindigkeit aufladen. Zudem zeigt Qualcomm auch simultanes Laden, also zwei Fahrzeuge, die die gleiche Spur nutzen und gleichzeitig während der Fahrt aufgeladen werden.

Embedded Computing Conference 2017 in Winterthur

Unter Embedded Computing versteht man den Einsatz von Rechnersystemen als integrierter Bestandteil einer Anlage, eines Gerätes oder einer Maschine. Embedded Computing umfasst industrielle Betriebssysteme, Software-Tools, Applikationssoftware und Hardware-Plattformen und dient der Steuerung von Prozessen, der automatisierten Erfassung, Verarbeitung und Aufbereitung von Daten.

Bis zu 5.000€ (1. Platz) können Entwickler mit eingebetteter Software im Programmierwettbewerb ‚Make with Ada‘ gewinnen. Mit dem zum zweiten Mal durchgeführten Wettbewerb will Adacore die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Embedded-Systemen demonstrieren, die mit der Programmiersprache Ada entwickelt wurden.